Welterbe Unesco

WELTERBE DER UNESCO – KULTURLANDSCHAFTEN
Zum UNESCO-Kulturerbe gehören Baudenkmäler, Städteensembles und Kulturlandschaften, Industriedenkmäler und Kunstwerke wie Felsbilder. Das Naturerbe umfasst geologische Formationen, Fossilienfundstätten, Naturlandschaften und Schutzreservate von Tieren und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind.
Seit 1992 gibt es außergewöhnliche Kulturlandschaften auf der Welterbeliste, dabei sind drei Hauptkategorien zu unterscheiden:
1. die deutlich abgegrenzten, durch den Menschen bewusst geschaffenen Landschaften, Gärten und Parklandschaften
2. die organisch entwickelten Landschaften also Agrarlandschaften
3. die assoziativen Kulturlandschaften

Staaten ohne Welterbegüter können bis zu drei Anträge einreichen, sonst sind maximal zwei Anträge pro Staat erlaubt, wobei mindestens ein Antrag das Naturerbe betreffen muss. Anträge aus unterrepräsentierten Kategorien, wie Kulturlandschaften, werden bevorzugt behandelt, ausgenommen von diesen Kriterien sind Erweiterungen von bestehenden Welterbestätten und grenzüberschreitende Nominierungen.

Das Welterbe versteht sich im Bereich von Kulturlandschaften als dynamisches Prinzip. Veränderungen in einer Landschaft werden begrüßt, wenn sie helfen, nachhaltig die kulturellen und natürlichen Werte, die diese Stätte bestimmen, zu erhalten.

Als agrarstrukturelle Kulturlandschaften finden sich als Welterbe Weinbau-, Tabak- und Reislandschaften. Reine Obstbaulandschaften befinden sich noch nicht auf der Welterbeliste.

Loire-Tal
Das Loire-Tal wurde trotz starker Bedenken im Jahre 2000 Welterbestätte. Die Loire-Region ist das größte von der UNESCO anerkannte Kulturgut Frankreichs.

In der Begründung der UNESCO zur Aufnahme in das Weltkulturerbe heißt es: „Das Loire-Tal ist eine außerordentlich kulturreiche Landschaft von großer Schönheit, in der sich historische Städte und Dörfer, großartige Architekturmonumente und eine in vielen Jahrhunderten geformte Kulturlandschaft, geschaffen durch ein Zusammenspiel zwischen Mensch, Umwelt und dem Fluss Loire, verbinden.”

Oberer Mittelrhein
Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal, im Norden und Süden durch die Städte Koblenz, Bingen und Rüdesheim begrenzt, findet sich seit Juni 2002 auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Anlässlich der Aufnahmeentscheidung würdigte die UNESCO das Obere Mittelrheintal als eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit. Der außergewöhnliche Reichtum der Landschaft an kulturellen Zeugnissen und Assoziationen sowohl historischer wie auch künstlerischer Art wurde hervorgehoben. Seine besondere Erscheinung verdankt die Welterbestätte einerseits der natürlichen Ausformung der Flusslandschaft, andererseits der Gestaltung durch den Menschen. Darüber hinaus wurde auch die Bedeutung des Rheins gewürdigt, der seit zwei Jahrtausenden einen der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas darstellt.

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